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Stützlast beim Anhänger: berechnen, messen und richtig einstellen

Die Stützlast ist das Gewicht, mit dem die Deichsel senkrecht auf die Anhängerkupplung drückt. Anhänger bis 3,5 t brauchen nach § 44 StVZO mindestens 4 % ihres tatsächlichen Gewichts, Pflicht sind aber nie mehr als 25 kg; die Obergrenze setzt der kleinste Herstellerwert von Auto, Kupplung und Anhänger, bei den meisten Pkw 75 kg bis 100 kg.

Die Stützlast ist eine der meistunterschätzten Zahlen beim Anhängerbetrieb
– und eine der wenigen, die sich direkt darauf auswirkt, wie ruhig ein
Gespann fährt.

Was Stützlast bedeutet

Die Stützlast ist das Gewicht, mit dem die Anhängerdeichsel senkrecht auf
die Anhängerkupplung drückt. Sie entsteht durch die Verteilung der Ladung im
Anhänger: Gewicht vor der Achse erhöht die Stützlast, Gewicht hinter der
Achse verringert sie – bis hin zu einer negativen Stützlast, bei der die
Deichsel nach oben zieht.

Die wichtigsten Werte auf einen Blick

Kenngröße Regel Grundlage
Mindeststützlast (Anhänger bis 3,5 t) 4 % des tatsächlichen Gesamtgewichts des Anhängers; mehr als 25 kg sind nicht vorgeschrieben § 44 Abs. 3 StVZO
Freigabe des Zugfahrzeugs vom Hersteller festgelegt, bei Pkw mindestens 25 kg § 44 Abs. 3 StVZO
Höchstwert der kleinste Wert aus Zugfahrzeug (Feld 13 der Zulassungsbescheinigung Teil I), Anhängerkupplung und Anhänger § 44 Abs. 3 StVZO, ADAC
Stützrad oder Stützeinrichtung Pflicht, wenn die Stützlast bei gleichmäßiger Beladung mehr als 50 kg beträgt § 44 Abs. 2 StVZO
Typische Pkw-Werte Median 80 kg; 87 % der 841 Modelle mit Angabe liegen zwischen 50 kg und 100 kg. Beispiele: Dacia Sandero 75 kg, VW Golf Variant 1.5 TSI 80 kg, Kia Sportage 1.6 CRDi 100 kg, Ford Mustang Mach-E 30 kg bis 60 kg, Range Rover bis 150 kg ADAC-Stützlasttabelle 2026
Bußgeld zulässige Stützlast um mehr als 50 % über- oder unterschritten: 60 € und 1 Punkt Bußgeldkatalog Nr. 217, FeV Anlage 13

Warum sie über die Fahrstabilität entscheidet

Eine zu geringe Stützlast ist die häufigste Ursache für das gefürchtete
Aufschaukeln bei höherem Tempo: Der Anhänger beginnt zu pendeln und
überträgt die Bewegung auf das Zugfahrzeug. Eine zu hohe Stützlast entlastet
dagegen die Vorderachse des Zugfahrzeugs und verschlechtert Lenkverhalten
und Bremswirkung. Beide Extreme sind vermeidbar – durch die Position der
Ladung, nicht durch ihr Gesamtgewicht.

Wo die zulässigen Werte stehen

Drei Angaben begrenzen die Stützlast, und die kleinste davon gilt:

  • die zulässige Stützlast des Zugfahrzeugs (Fahrzeugschein
    beziehungsweise Herstellerangabe);
  • die zulässige Stützlast der Anhängerkupplung – meist auf
    dem Typschild der Kupplung angegeben;
  • die zulässige Stützlast des Anhängers.

Wie berechne ich die Stützlast?

Mindestwert: Mindeststützlast = 4 % × tatsächliches Gesamtgewicht des Anhängers. Ein beladener Anhänger mit 500 kg braucht also mindestens 20 kg. Bei 1.300 kg ergäben sich rechnerisch 52 kg – vorgeschrieben sind aber nur 25 kg, weil § 44 StVZO das Pflichtminimum auf diesen Wert begrenzt.

Höchstwert: Erlaubt das Auto 75 kg, die Kupplung 90 kg und der Anhänger 100 kg, gelten 75 kg. Der ADAC empfiehlt, diesen Wert möglichst weit auszunutzen, ohne ihn zu überschreiten, weil eine höhere Stützlast das Gespann stabilisiert.

Messung am Stützrad umrechnen: Stützlast = Gewicht am Stützrad × Abstand Achse–Stützrad ÷ Abstand Achse–Kupplung. Beispiel: Die Waage zeigt unter dem Stützrad 90 kg, das Stützrad sitzt 1,50 m vor der Achse, die Kupplung 2,00 m. Die Stützlast beträgt dann 90 kg × 1,50 ÷ 2,00 = 67,5 kg.

Ladung verschieben: Die Stützlast ändert sich um Ladungsgewicht × Verschiebeweg ÷ Abstand Achse–Kupplung. Eine Kiste mit 50 kg, die bei 2,00 m Deichselabstand um 0,40 m nach vorn rückt, erhöht die Stützlast um 10 kg.

So messen und einstellen Sie sie

  1. Anhänger beladen und waagerecht ankuppeln.
  2. Abkuppeln und die Deichsel auf eine Personenwaage stellen – die Deichsel
    muss dabei auf Kupplungshöhe stehen, sonst ist der Wert verfälscht.
  3. Liegt der Wert zu niedrig: Ladung weiter nach vorn verschieben. Zu hoch:
    weiter nach hinten.
  4. Schwere Einzelstücke gehören über oder knapp vor die Achse und werden
    gegen Verrutschen gesichert – eine Ladung, die sich während der Fahrt
    verschiebt, verändert die Stützlast unterwegs.

Vor dem Messen den Anhänger mit Handbremse oder Keilen gegen Wegrollen sichern. Das Stützrad sollte nur wenige Millimeter über dem Boden hängen, und das Brett auf der Waage muss so hoch sein, dass das Kupplungsmaul auf der Höhe der belasteten Anhängerkupplung steht (ADAC).

Praktischer Nebeneffekt: Anhänger mit Stützrad – wie viele Modelle in
unserer Anhänger-Übersicht –
lassen sich beim Ankuppeln feiner ausrichten, was das Messen erleichtert.

Häufige Fragen

Wie groß muss die Stützlast sein?

Als Faustregel wird häufig empfohlen, die zulässige Stützlast möglichst
weit auszunutzen, ohne sie zu überschreiten. Verbindlich sind allein die
drei oben genannten Herstellerangaben – die jeweils niedrigste begrenzt.

Zählt die Stützlast zur Zuladung?

Die Stützlast belastet die Hinterachse des Zugfahrzeugs und geht damit zulasten
dessen Zuladung. Bei voll beladenem Auto plus Anhänger ist das der Punkt,
an dem Gespanne unbemerkt überladen werden.

Was tun, wenn der Anhänger pendelt?

Geschwindigkeit vorsichtig reduzieren, nicht ruckartig lenken und bei
nächster Gelegenheit die Ladungsverteilung prüfen. Dauerhaft hilft nur eine
korrekte Stützlast.

Wo finde ich die zulässige Stützlast meines Autos?

In der Zulassungsbescheinigung Teil I unter Feld 13 sowie in der Betriebsanleitung. Die Werte der Anhängerkupplung und der Auflaufeinrichtung des Anhängers stehen auf dem jeweiligen Typschild; es gilt der kleinste Wert.

Wie berechne ich die Mindeststützlast?

Mit 4 % des tatsächlichen Gesamtgewichts des beladenen Anhängers: Bei 500 kg sind das 20 kg. Ab einem Anhängergewicht von 625 kg liegt der Rechenwert über 25 kg – vorgeschrieben sind dann nur 25 kg, sinnvoll ist aber ein Wert nahe am zulässigen Maximum.

Welche Strafe droht bei falscher Stützlast?

Wird die zulässige Stützlast um mehr als 50 % über- oder unterschritten, sieht der Bußgeldkatalog unter Nummer 217 ein Bußgeld von 60 € vor; nach Anlage 13 der Fahrerlaubnis-Verordnung kommt 1 Punkt in Flensburg hinzu.

Ab wann braucht ein Anhänger ein Stützrad?

Nach § 44 Abs. 2 StVZO brauchen Starrdeichsel- und Zentralachsanhänger eine höhenverstellbare Stützeinrichtung, wenn die Stützlast bei gleichmäßiger Beladung mehr als 50 kg beträgt.

Kann ich die Stützlast meines Autos erhöhen?

Nur durch technische Änderungen, etwa an Anhängerkupplung oder Auflaufeinrichtung, und immer mit Abnahme durch eine Prüforganisation wie TÜV oder DEKRA. Lassen Sie sich vorher beraten, welche Änderung für Ihr Fahrzeug zulässig ist.

AnhängerPlus aus Hamburg fasst in diesem Ratgeber die Regeln aus StVZO und Bußgeldkatalog zusammen (Stand: September 2026). Verbindlich sind die Angaben in Ihren Fahrzeugpapieren und auf den Typschildern.

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